106. Zuger Kantonales Schwingfest Oberägeri (ZG) vom 10. Mai 2026
Das idyllische Dorf Oberägeri, am Ägerisee gelegen, bietet nicht gerade viel Platz, um ein Kantonales Schwingfest zu präsentieren. Dem OK-Präsidenten Pius Meier und seinen Helferinnen und Helfern ist es jedoch gelungen, eine Arena für 3000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Beine zu stellen. Mit dem Schwingklub Ägerital und zahlreichen freiwilligen Helfern konnte das OK auf grosse Unterstützung zählen. Da der OK-Präsident dieses Amt bereits vor 44 Jahren innehatte, konnte man auf seine Erfahrung bei der Nutzung des Festgeländes bauen. Mit der zweiten Austragung in Oberägeri setzte man die Erfahrungen von 1982 um und optimierte diese massgeblich.
Für die über 200 aktiven Schwinger aus dem Innerschweizer Schwingerverband (ISV), mit Gästen vom Berner Kantonalen Schwingerverband (BKSV) sowie dem Nordostschweizerischen Schwingerverband (NOSV), stellte das OK einen prächtigen Gabentempel mit fünf Lebendpreisen zusammen. Somit war alles angerichtet, damit auf der Maienmatt ein in Erinnerung bleibendes Fest durchgeführt werden konnte.
Für die 15 Aktiven des Urner Kantonalen Schwingerverbandes (UKSV) hiess es: wehrt euch und gebt euer Bestes. Die drei angetretenen Aktiven des Schwingklubs Bürglen hatten keine leichte Aufgabe, sich in diesem starken Teilnehmerfeld durchzusetzen. Mit 52 Kranzern, 18 Teilverbands- und Bergkranzern sowie vier Eidgenossen war fast ein Drittel der Teilnehmer mit einem besonderen Status vor Ort. Dies sorgte für Spannung, vereinfachte die Aufgabe für die Urner Delegation jedoch keineswegs.
Die drei Aktiven des Schwingklubs Bürglen begannen allesamt mit nicht einfachen Gegnern, wobei eine Chance bekanntlich immer besteht. Jonas Gisler * bekam es mit Fabian Birchler zu tun. Jonas musste dabei eine Niederlage hinnehmen. Im zweiten Gang konnte er Ivo Scheuber bezwingen, was wieder vielversprechend aussah. Gegen Tim Lustenberger * zeigte Jonas guten Stand und war auf vieles vorbereitet, leider nicht auf das Unvorhergesehene. Somit resultierte die zweite Niederlage. Jetzt hiess es: kein Ausrutscher mehr, ansonsten rückt der Kranz in weite Ferne. Gegen Dominik Inderbitzin notierte Gisler einen Sieg mit der Maximalnote und hielt sich damit im Rennen. Im entscheidenden fünften Gang bekam Jonas mit Andreas Elmiger ** erneut einen Gegner, der durchaus machbar schien. Leider konnte Jonas diesen Gang nicht für sich entscheiden, allerdings auch Elmiger nicht, sodass der Gang gestellt endete und der Kranz ausser Reichweite geriet. Der abschliessende Sieg verschönerte das Notenblatt und die Rangierung. Mit 55.25 Punkten klassierte sich Jonas auf Rang 12b ohne Kranz. Der technisch als hinterlistig geltende Roman Roner startete bei seinem ersten Einsatz an einem Kranzfest in dieser Saison mit einem Sieg. Gegen Mattia Abgottspon musste Roman seine Raffinesse erstmals präsentieren und konnte als Sieger vom Platz gehen. Auch im zweiten Gang musste Roman tief in die Trickkiste greifen, um den jungen Fabian Burri zu bezwingen. Dies gelang ihm mit Bravour, womit er seinen zweiten Sieg notierte. Somit kam es, wie es kommen musste, und die Einteilung teilte Roman mit Marcel Betschart * einen Kranzer zu, eine absolut faire und machbare Aufgabe. Lange konnte Roman alle Angriffe abwehren, bis Marcel seinerseits seine Raffinesse präsentierte. Dies führte zur ersten Niederlage an diesem Sonntag. Dennoch zeigte sich Roman bis zum Mittag im vorderen Drittel der Rangliste. Damit jeder dort steht, wo er hingehört, bestimmte die Einteilung den Teilverbandskranzer Beat Suter ** aus Walchwil als nächsten Gegner. Roman musste dabei seine zweite Niederlage eingestehen. Nun kam es zum entscheidenden Gang, wollte der junge Bürgler noch mit einem Kranz nach Hause gehen. Mit Silvan Steinauer bekam Roman einen starken Neuling bei den Aktiven zugeteilt. Mit einer guten Einstellung zum Kampf konnte Roman lange seine Erfahrung ausspielen. Durch etwas zu viel Risiko kassierte Roman jedoch seine dritte Niederlage, womit der Kranz ausser Reichweite lag. Mit Til Würsch bekam Roman zum Abschluss nochmals einen Gegner, der ebenfalls neu bei den Aktiven im Einsatz steht, bei den Jungschwingern jedoch bereits starke Resultate gezeigt hatte. Nach langer Gangdauer, die beinahe in einem Gestellten endete, konnte Roman seine Hinterlistigkeit ein weiteres Mal ausspielen und in letzter Sekunde die Zugrichtung ändern und seinen Gegner bezwingen. Mit drei Siegen durfte Roman sehr zufrieden sein. Er war am Ende der viertbeste Urner, der an diesem Sonntag im Einsatz stand. Mit 54.75 Punkten fand sich Roman auf Rang 14a ohne Kranz wieder. Der dritte Bürgler im Bunde, Kilian Arnold, startete mit einer Niederlage gegen Matthias Hüsler in den Morgen. Gegen Lukas Omlin machte Kilian keine Geschenke und notierte seinen ersten und einzigen Sieg an diesem Kranzfest. Gegen Marcel Elsener * konnte Kilian gut mithalten, leider fehlte ihm das nötige Wettkampfglück, um Marcel zu bezwingen. Somit trennten sich die beiden resultatlos in einem gestellten Gang. Der vierte Gang war ebenfalls wegweisend für Kilian. Mit Alex Schuler * wurde ihm ein Kranzer zugeteilt, der diesen Status zwar bereits besitzt, mit drei Kränzen jedoch nicht zu den Hochkarätern zählt. Leider konnte Kilian auch hier seine Technik nicht durchsetzen und musste nach dem Mittag seine zweite Niederlage notieren. Im fünften Gang wollte es die Einteilung wieder gut machen und teilte Kilian Mario Köpfli zu. Dabei schien sich das Wettkampfglück endgültig verabschiedet zu haben und Kilian musste seine dritte Niederlage hinnehmen. Mit Sebastian Gander bekam Kilian zum Abschluss einen Gegner auf Augenhöhe. Da sich beide gut kannten, wollte keiner das absolute Risiko eingehen. Der Gang war intensiv und angriffsreich, führte jedoch zu keinem Resultat. So kam es, wie es kommen musste, und die beiden trennten sich resultatlos in einem gestellten Gang. Mit 53.25 Punkten belegte Arnold Rang 20c ohne Kranz.
Fazit
Die drei Aktiven konnten punktuell sehr gute Leistungen präsentieren, was Hoffnung macht, wenn sich das Wettkampfglück einmal auf ihre Seite schlägt. Persönlich war eine spürbare Wettkampfeinstellung sichtbar sowie grosse Freude am Schwingsport. Jonas hat das Ziel, den Kranz zu gewinnen, leider knapp verfehlt. Mit Romans Leistung darf man zufrieden sein. Bei Kilian merkte man die lange Verletzungspause sowie das fehlende Vertrauen, das erst durch weitere Trainings zurückkehren wird. Nichtsdestotrotz blieben alle gesund und freuen sich bereits auf ihren nächsten Einsatz.
Berichterstatter Schwingklub Bürglen
René Roner
Fotos: René Roner